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Sterbebegleitung – Palliative Care

Palliativpflege ist eine eigene Betreuungsform, speziell ausgerichtet auf unheilbar kranke Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Das maßgebliche Ziel ist „möglichst viel Lebensqualität“ zu gewährleisten, denn der letzte Weg kann bereichernd sein und Trost und Linderung erfahren, wenn Lebende und Sterbende ihn bewusst gemeinsam gehen.

Unser Gesundheitssystem ist darauf ausgerichtet, Menschen in Ihrem Heilungsprozess zu unterstützen. Gerne wird in der Öffentlichkeit über die immer besseren Möglichkeiten der Medizin berichtet. Doch was passiert, wenn eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist? Welche Bedürfnisse und Wünsche hat ein Mensch in seinen letzten Lebenswochen und -tagen? Wie können Angehörige helfen und wer unterstützt sie dabei? Für die meisten ist die Diagnose ein Schock, selbst wenn sie mit der Krankheit schon länger leben. Die Prioritäten verschieben sich, wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden.

Einfühlsame Begleitung, Rückhalt und Zuversicht

Die Pflege, von Menschen im Endstadium einer Krankheit und am Ende ihres Lebens, erfordert viel Feingefühl. Viele sind in sich gekehrt und nur zeitweise ansprechbar. Es ist wichtig, dass man auch ohne Worte spürt, was sie brauchen. Da hat ein normaler Pflegeplan keine Relevanz, sondern vielmehr eine ganz intensive Betreuung, die sich so weit wie möglich nach den  Wünschen des Patienten richtet. Waschen, Essen, Trinken, Umlagern – alles wird in Absprache erledigt und auch die Zeitplanung geschieht oft spontan nach der Verfassung des Patienten, Ungewolltes wird einfach weggelassen. Der respektvolle Umgang miteinander ist sehr wichtig. die verbleibende Zeit soll leicht sein, noch vorhandene Blockaden aus dem Weg geräumt, nach Möglichkeit offene Wünsche erfüllt werden.

Unterstützung der Angehörigen

Dabei ist auch der Kontakt zu den Angehörigen sehr wichtig. Nahestehende Personen brauchen Unterstützung. Zeit kurz durchzuatmen, sich fallen zu lassen und neue Kräfte zu sammeln. Den Alltag zu meistern ist oft anstrengend und schwer. In Gesprächen können wichtige Fragen geklärt, Wut und Trauer verarbeitet werden.

Früher war es auch hierzulande üblich, dass die Menschen zu Hause starben und ihre letzten Tage im Kreise der Familie verbrachten.

Heute haben viele Menschen Schwierigkeiten, mit dem Sterben und dem Tod umzugehen. In unserer Pflegetätigkeit kommen wir oft damit in Berührung. Mit viel Einfühlungsvermögen, Sensibilität und Toleranz versuchen wir, die letzten Tage oder Wochen so angenehm und beschwerdefrei wie nur möglich anzulegen. Dazu gehört auch die Trauerarbeit und die Trauerverarbeitung.

In einer Gesellschaft in der der Einzelne stets gut  funktionieren muss, ist die Trauer oft ein Störfaktor, der den reibungslosen Ablauf gefährdet.

Über den Verlust und die Traurigkeit zu sprechen, sich nicht schämen zu müssen, es als normal anzusehen, dass man in diesem Moment nicht funktionieren nicht adäquat denken und handeln kann ist da eine sehr große Hilfe. Unsere MitarbeiterInnen verstehen sich als Vermittler zwischen dem Patienten oder der Patientin und den Angehörigen, der Außenwelt, wie der Nachbarschaft, den Verwandten und Freunden. Jeder Einzelne muss seine Trauer zulassen dürfen, sie ausleben, sonst läuft er Gefahr von ihr vereinnahmt zu werden. Wenn sie möchten, geben wir unser Wissen weiter, leiten sie an im Umgang mit dem oder der Kranken. Das gibt allen Betroffenen eine gewisse Sicherheit, die zu einer beruhigenden Atmosphäre führt und Missverständnisse im Umgang miteinander vermeidet. Diese letzte Zeit fördert ein ganz intensives Miteinander, der eine oder andere lernt sie zu genießen, über Leid, Sorgen und Arbeit hinaus zu wachsen.


Jedem soll sein Schicksal gelassen werden. Aber nicht überlassen.

Wir sprechen mit den Angehörigen auch über das Leben danach. Was wird sein, wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Was tun mit der entstandenen Leere? Manchmal sind auch folgenschwere materielle Verluste zu bedenken und zu lösen.

Fragen, die Sie vorher stellen dürfen!

Wo liegen Papiere, wie: Ausweise, Krankenkassenkarte, Patientenverfügung, Familienbuch, Kontoauszüge, Mietverträge etc. Gibt es Schulden, bei wem? Wie ist es mit Vollmachten und Verfügungen über finanzielle, gesundheitliche und persönliche Dinge?
Gibt es ein Testament? Gibt es eine bevorzugte Bestattungsform? (Erde, Feuer, Wasser) Was ist schon geregelt? Unangenehme Fragen, aber wie schwierig wird es erst, wenn ein Angehörige/r sie nicht mehr stellen kann!!!

Unser Gesundheitssystem ist darauf ausgerichtet, Menschen in Ihrem Heilungsprozess zu unterstützen. Gerne wird in der Öffentlichkeit über die immer besseren Möglichkeiten der Medizin berichtet. Doch was passiert, wenn eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist? Welche Bedürfnisse und Wünsche hat ein Mensch in seinen letzten Lebenswochen und -tagen? Wie können Angehörige helfen und wer unterstützt sie dabei? Für die meisten ist die Diagnose ein Schock, selbst wenn sie mit der Krankheit schon länger leben. Die Prioritäten verschieben sich, wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden.

Andere Kulturen

Der überwiegende Teil unserer Patienten hat einen christlichen Hintergrund. Muslimischen Menschen zum Beispiel scheint es schwerer zu fallen, pallitive Unterstützung dritter in Anspruch zu nehmen. Eine Barriere ist sicherlich auch die Sprache. Hier bietet das Projekt „Xenos–Gesundheit interkulturell” von Gudrun Zimmermann, seine Dienste an. (Informationen dazu erhalten Sie beim Hospizverein Bremen e.V.)