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Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Überraschend und unvorbereitet kommt manchmal die Gewissheit: Mama, Papa, muss ins Heim – die Versorgung zuhause ist nicht mehr möglich. Angehörige stehen dann oft vor großen Problemen, weil viele Dinge zu bedenken und zu regeln sind. Es ist keine Seltenheit, dass der Patient, der plötzlich zum Pflegefall wird, gar nicht mehr nach seinen Wünschen gefragt werden kann.

Rechtzeitig sollte man die Frage stellen: Was geschieht, wenn ich plötzlich meine Dinge nicht mehr selbst regeln kann? Gibt es jemanden, dem ich vertraue, ihm eine Generalvollmacht zu geben? Gibt es vielleicht auch jemanden, von dem ich sicher nicht betreut werden möchte? Wenn ich mir diese Gedanken nicht zur rechten Zeit mache, dann wird jemand anderer über mich bestimmen, nämlich das Vormundschaftsgericht. Das ist wichtig zu wissen: Es ist nicht automatisch mein Kind oder mein Ehepartner, der in die Verantwortung über mich genommen wird! Darum: Bestimmen Sie über sich, solange Sie es können!


Benennen Sie eine Person zu Ihrem Betreuer oder geben Sie einer Person Ihres Vertrauens eine Vorsorgevollmacht. Eine Vorsorgevollmacht ist sehr viel weitergehend als eine Betreuungsvollmacht. Der Betreuer, den Sie bestimmen, wird vom Gericht bestellt und muss in allen Dingen dem Gericht Rechenschaft ablegen oder bei schwerwiegenden Entscheidungen das Gericht zu Rate ziehen. Ein Bevollmächtigter handelt direkt für Sie, so als handelten Sie selbst. Man muss also sehr wohl die Konsequenzen überlegen, die eine Vollmacht nach sich ziehen kann.

Patientenverfügung – Was ist das?

Für den Fall, dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Willen zu äußern, schreiben Sie Ihre Wünsche in einer Patientenverfügung auf. Es handelt sich dabei nicht um eine rechtsverbindliche Willenserklärung! Steht der Arzt vor einer Entscheidung, z.B. einen lebensbedrohlichen Eingriff zu unternehmen oder nicht, muss er den mutmaßlichen Willen des Patienten herausfinden. Soll er sich
der unterlassenen Hilfeleistung schuldig machen oder der Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt werden? In einer Patientenverfügung können sie dem handelnden Arzt Ihre Wünsche
mitteilen. Je ausführlicher Sie das tun, umso größer ist die Orientierungshilfe für den Arzt, evtl. sogar
für das Vormundschaftsgericht, das über Tod oder Leben entscheiden kann.

Es gibt verschiedene Vordrucke, aber sie ersetzen nicht die persönliche Auseinandersetzung mit
dem Thema. Doch gerade die sollte aus dieser Verfügung ersichtlich sein!

Geben Sie sich die Chance, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und überlassen Sie es nicht Ihren nächsten Angehörigen, diese schwerwiegenden Entscheidungen für Sie zu tragen.